Kann ich den MCAD-Mangel meines Kindes mit Homöopathie behandeln?

Die Frage nach der homöopathischen Behandelbarkeit des MCAD-Mangels wurde mir zugegebenermaßen nicht wirklich häufig, aber solange auf dieser Seite dazu noch nichts stand, doch mit schöner Regelmäßigkeit gestellt. Etwa einmal pro Jahr trat wieder jemand mit dem Thema an mich heran, wollte sich dann aber oftmals mit meiner Rückmeldung nicht zufrieden geben. Ich habe deshalb inzwischen absolut keine Lust mehr darauf zu antworten, nur um dann immer wieder vorgeschwärmt zu bekommen, als was für milde und gleichzeitig wirkungsvolle “Medikamente” man seine ganzen Globuli bisher erlebt habe und dass man den MCAD-Mangel doch auch in diese ganzheitliche Betrachtungsweise einbeziehen müsse. Falls du so ein glühender Verfechter der Homöopathie bist, dann mach doch was du willst, denn dann interessiert dich meine davon abweichende Meinung ohnehin nicht! Wenn du aber im Interesse der Gesundheit deines Kindes ernsthaft wissen möchtest, ob man den MCAD-Mangel damit behandeln kann, dann lies weiter.

Ich will es ernsthaft wissen! Kann man nun oder kann man nicht?

Nein! Es gibt keine Möglichkeit, den MCAD-Mangel auch nur ansatzweise homöopahisch zu behandeln! Das wird dir auch jeder Stoffwechselarzt bestätigen. Sollte dir ein Homöopath, Kinesiologe, Kinderarzt oder deine Hebamme, deine Eltern oder jemand aus dem Freundeskreis etwas anderes erzählen und dir irgendwelche Globuli für dein Kind empfehlen, um damit das Risiko von Stoffwechselentgleisungen oder auch nur von Nahrungsverweigerung zu reduzieren, lass dir bitte nichts einreden. Solange dein Kind in normalem Umfang Nahrung zu sich nehmen kann, hat es ohnehin kein großes Risiko, in eine Unterzuckerung und eine sich daraus ergebende Stoffwechselkrise zu geraten. Solche Situationen sind heutzutage, dank der frühen Diagnose des MCAD-Mangels im erweiterten Neugeborenenscreening, etwas sehr seltenes. Es kann natürlich sein, dass du beim Stöbern im Internet oder in der Facebook-Gruppe relativ häufig von Stoffwechselentgleisungen liest, es haben aber nur sehr wenige Betroffene so etwas tatsächlich schon mal erlebt – es wird von ihnen jedoch vergleichsweise oft erwähnt. Demgegenüber steht eine um ein Vielfaches größere Gruppe von Familien, deren Kinder, trotz schwerem MCAD-Mangel, niemals auch nur die geringsten daraus resultierenden Symptome hatten – davon wird nur so gut wie nie berichtet. Wenn du deinem Kind also bereits irgendwelche Globuli gibst und es bisher keine MCAD-Symptome gezeigt hat, dann ist das nicht eine dem homöopathischen Mittel zuzuschreibende Ausnahme, sondern einfach nur der heutzutage zu erwartende Normalfall.

Besonders dann, wenn es zu einer problematischen Krankheitssituation mit Nahrungsverweigerung kommt, darfst du nicht den Fehler machen, deinem Kind erst noch ein paar Globuli dagegen zu geben und abzuwarten, ob es besser wird. Das ist nicht zu erwarten und vergeudet nur wertvolle Zeit. Wenigstens in den ersten Jahren solltest du dich mit deinem Kind schnellstmöglich in eine Kinderklinik oder ins nächste Krankenhaus begeben, um es dort mit Glucoseinfusionen versorgen zu lassen. Wenn du ihm bis dahin noch Globuli geben möchtest, kannst du das natürlich tun – am Besten in großen Mengen und in kurzen Abständen. Immerhin bestehen die Kügelchen ausschließlich aus Zucker und den kann dein Kind dann wirklich brauchen. Dabei wäre es auch vollkommen egal, welche Globuli du ihm dann esslöffelweise in den Mund gibst. Es macht auch überhaupt keinen Unterschied, in welcher Potenz du ihm Cepa, Arnica, Nux Vomica, Belladonna, Aconitum, Gelsemium, Echinacea, oder was die homöopathische Hausapotheke für Kinder sonst noch so zu bieten hat, verabreichst. Damit würden die vielen Gläschen dann auch endlich mal wirklich leer, die man sonst nach einigen Jahren, wenn das “Haltbarkeits”-Datum der Zuckerkügelchen abgelaufen ist, alle in fast ungenutzem Zustand in den Müll, oder besser in den Tee schüttet. Preiswerter wären für eine solche Ausnahmesituation natürlich einfach ein paar Zuckerwürfel, etwas hochdosierte Maltodextrin-Lösung oder andere sehr stark zuckerhaltige Getränke, denn das hätte den gleichen Effekt.Homöopathie